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BARF - Biologisch artgerechte Rohfütterung

Wenn ich zurückblicke, wie meine Eltern in den 70ern unsere Hunde ernährt haben, haben wir eigentlich schon immer gebarft. Nur hatte das zu der Zeit noch keinen Namen und war auch noch keine Religion. Zweimal die Woche wurden die Schlachtabfälle vom Fleischer schräg gegenüber geholt und einmal die Woche gab es einen Reistag ohne Fleisch. Als ich meinem Vater vor einigen Jahren stolz erklärte, dass wir unsere Hunde jetzt mit rohem Fleisch füttern, schmunzelte er nur und meinte: Na womit denn sonst?

Die Abkürzung BARF stammt ursprünglich aus Kanada und Amerika und steht für "Bone and Raw Food". In Deutschland wurde daraus letztlich "Biologisch artgerechtes rohes Futter" bzw. "Biologisch artgerechte Rohfütterung". Inzwischen gibt es die unterschiedlichsten "Glaubensrichtungen" und in manchen Kreisen läuft man Gefahr, als Tierquäler beschimpft zu werden, wenn das Futter nicht die richtige Zusammensetzung oder den richtigen Zusatz hat. Dabei ist doch alles so einfach:

"Barfen ist leicht. Barfen ist keine Religion. Barfen ist einfach Hunde füttern."

Swanie Simon

Die Anatomie des Verdauungstraktes von Hund und Wolf ist nahezu identisch. Beide gehören zur Gruppe der Carnivoren, der Fleischfresser. Wer jetzt allerdings einfach nur reines Fleisch in den Napf wirft, der übersieht ein Großteil dessen, was bei Caniden so auf den Tisch kommt. Wölfe ernähren sich in erster Linie von ganzen Beutetieren, einschl. Fell, Blut, Innereien, Knochen und dem Mageninhalt. Außerdem stehen durchaus Früchte, Wurzeln und Gräser auf dem Speiseplan. Und nicht zuletzt plündern Wölfe auch die Müllkippen der Menschen, wenn sie die Gelegenheit dazu haben. Das günstige und reichhaltige Nahrungsangebot in der Nähe der Menschen war schließlich mitverantwortlich, dass Wolf und Mensch sich angenähert haben und aus dem Wolf der Hund wurde.

Beim Barfen versuchen wir, das natürliche Nahrungsspektrum des Hundes nachzuahmen. Das Konzept "Beutetier" bildet die Grundlage. Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine Zusammensetzung aus 80% tierischen und 20% pflanzlichen Komponenten den Bedürfnissen des Hundes am ehesten gerecht wird. Der tierische Anteil besteht im Durchschnitt aus 40-50% Muskelfleisch mit einem Fettgehalt von 15-25%, 10-15% RFK (rohe fleischige Knochen), 15-20% Innereien und 15-25% Pansen/Blättermagen und liefert dem Hund alle notwendigen Proteine, Fette, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Die Zusammensetzung ergab sich aus der Analyse der verschiedenen Beutetiere wie Rind, Lamm, Wild oder Geflügel. Obst und Gemüse versorgen den Hund mit Faserstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Enzymen, in geringen Teilen auch mit Vitaminen und Mineralstoffen. Die Faserstoffe sind notwendig für die Darmpflege und -reinigung zur Aufrechterhaltung einer gesunden Darmflora. Getreide braucht der Hund nicht.

Die Ergebnisse einer Studie, lt. derer sich der Hund soweit an den Menschen angepasst haben, dass er große Mengen Kohlenhydrate verwerten kann bzw. sogar benötigt, konnten in einer weiteren Studie 2 Jahre später nicht belegt werden bzw. kam es sogar zu widersprüchlichen Ergebnissen. Leider wird die zweite Studie deutlich seltener zitiert ;-). (Nähere Informationen siehe: http://mashanga-burhani.blogspot.de/2016/07/fehlerhafte-studie-der-wolf-der-hund.html)

Vorteile

  • natürliche Fütterung mit frischen Zutaten

  • wenig bis gar nicht verarbeitete Lebensmittel, es sind kaum Zusätze notwendig

  • Berücksichtigung von Unverträglichkeiten durch individuelle Zusammenstellung und genaue Kenntnisse aller Inhaltsstoffe

  • natürliche Zahnpflege

  • natürliche Darmpflege und Parasitenprophylaxe

Nachteile

  • ggf. etwas zeitaufwändiger als Fütterung mit Fertigfutter

  • Basiswissen über die Ernährung von Hunden notwendig

  • aufwändigere Lagerung, da durchgehende Kühlung notwendig

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